2 Hofläden, 1 Bioladen, 1 Getränkemarkt, eine Bäckerei, eine Metzgerei, einen Blumenladen, eine Post mit Schreibwaren und ein Bonus-Lebensmittelmarkt: Ganz so schlecht ist die Versorgung mit den Waren des täglichen Bedarfes in Forstinning auch wieder nicht. Die Geschäftsleute sind engagiert, die Kunden zufrieden.
Jutta Groschup-Pudenz und Andrea Steiler
Früher war das natürlich anders: 24 Geschäfte entlang der B12 Anfang der 80- er Jahre führte Jutta Pudenz in ihrer Zusammenstellung auf. Aber mit Beginn der Nuller-Jahre hat sich das geändert und die Forstinninger konnten froh sein, als unter dem Alt-Bürgermeister Arnold Schmidt ein Neukauf an den östlichen Ortsrand zog. 2017 schloss dessen Nachfolger, ein EDEKA, und es mussten fast zwei Jahre ohne einen Lebensmittelmarkt überbrückt werden. 2019 kam der BONUS, mit seiner besonderen Philosphie und wird bis heute von Amand Pinto Moos geführt.
Was die Forstinninger umtreibt kam in etlichen Hausbesuchen der Bürgermeisterkandidatin Andrea Steiler zur Sprache: Was, wenn der Bonus auch noch schließt? Was, wenn wir dann gar nichts mehr haben oder einer der riesengroßen Supermärkte auf die grüne Wiese ziehen will? Christine Reichl-Gumz zeigte auf, welche Möglichkeiten es dann noch gäbe: Dorfladen, 24/7-Automaten und: Einkaufen im nächst größeren Ort. Denn es hat sich tatsächlich gezeigt, dass sich das Einkaufsverhalten der Menschen verändert hat: Mehr Internet, ein viel größeres Warenangebot, mehr Mobilität und vielfältigere individuelle Lebensstiele. Eine Lösung gibt es auch in Forstinning für diese Misere nicht. Jeder Betrieb muss sich wirtschaftlich tragen und deshalb ist die erste und naheliegendste Lösung: Einkaufen in Forstinning und damit die Geschäfte lebensfähig halten.
Die über 60 Besucherinnen und Besucher diskutierten eifrig und brachten weitere Ideen ein: Z. B. Nachbarschaftsstrom oder ein Gemeindekrankenschwester-Konzept, für das es auch schon Beispiele gibt. Ob es einmal eine größere Fläche mit verschiedenen Angeboten geben wird? Was die Gemeinde tatsächlich eines Tages umsetzen kann und wird hängt letztendlich davon ab, wie der Ort sich weiter entwickelt, wo sich eventuell Lücken in der Ortsmitte auftun und wie es den bestehenden Läden weiterhin geht. Vor allem aber auch, ob es wirtschaftlich interessant ist für ein Geschäft jeglicher Art, sich neu anzusiedeln. Und wie überall bleibt dieses Thema auch in Forstinning spannend. Es bleib ein große und verantwortungsvolle Aufgabe für den nächsten Gemeinderat.